Zimmerpflanzen gegen Schimmel: Welche Pflanzen sich für feuchte Räume eignen

Aktualisiert: 5. Aug.
Können Zimmerpflanzen wirklich gegen Schimmel helfen?
Zu hohe Luftfeuchtigkeit gehört zu den häufigsten Ursachen für Schimmel in Wohnräumen. Wenn warme, feuchte Luft auf kalte Oberflächen trifft, bildet sich Kondenswasser – vor allem an Fenstern, Wänden und in Raumecken. Bleibt diese Feuchtigkeit länger bestehen, entstehen ideale Bedingungen für Schimmelpilze. Betroffen sind besonders Badezimmer, Schlafzimmer, Küchen und schlecht belüftete Räume.
Richtiges Lüften und Heizen bleibt die Basis für ein gesundes Raumklima, aber Zimmerpflanzen können zusätzlich unterstützen. Bestimmte Pflanzen kommen mit einer erhöhten Luftfeuchtigkeit besonders gut zurecht und eignen sich deshalb für Badezimmer, Küchen oder andere feuchte Räume. Die Luftfeuchtigkeit eines Wohnraums können sie jedoch nicht zuverlässig senken. Richtiges Lüften, ausreichendes Heizen und die Beseitigung von Feuchtigkeitsursachen bleiben daher entscheidend.
Mehr zu physikalischen Ursachen erfahren Sie hier:👉 „Fenster feucht von innen? Ursachen, Lösungen und wann Sie handeln sollten“
Warum Pflanzen die Luftfeuchtigkeit regulieren können
Zimmerpflanzen wirken wie natürliche Luftregle. Sie nutzen zwei Mechanismen:
1. Feuchtigkeitsaufnahme: Zimmerpflanzen geben über ihre Blätter Feuchtigkeit an die Raumluft ab. Manche nehmen zwar geringe Mengen Wasserdampf auf, können einen Wohnraum aber nicht spürbar entfeuchten. Sie eignen sich daher eher für feuchte Standorte, ersetzen jedoch weder Lüften noch Heizen oder einen Luftentfeuchter.
2. Transpiration: Andere Pflanzen geben einen Teil ihres Gießwassers langsam über die Blätter an die Luft ab. Dadurch erhöhen sie die Luftfeuchtigkeit und wirken Heizluft-Trockenheit entgegen. Das ist wichtig, weil trockene Luft kalte Bauteile begünstigt, die später Kondenswasser anziehen.
Pflanzen sind also sowohl Pflanzen zur Luftbefeuchtung als auch Pflanzen für Luftfeuchtigkeit, je nach Art.
Die 9 besten Zimmerpflanzen für feuchte Räume
1. Schwertfarn (Nephrolepis exaltata) – ideal für feuchte Badezimmer
Der Schwertfarn stammt aus tropischen Regionen und bevorzugt eine hohe Luftfeuchtigkeit. Seine fein verzweigten Wedel machen ihn deshalb zu einer besonders geeigneten Zimmerpflanze für helle Badezimmer oder Küchen.
Er sollte an einem hellen Standort ohne direkte Mittagssonne stehen. Ein Badezimmer ohne Fenster ist langfristig ungeeignet, sofern keine geeignete Pflanzenbeleuchtung vorhanden ist.
Der Schwertfarn senkt die Luftfeuchtigkeit eines Raumes nicht spürbar, kommt mit feuchten Bedingungen jedoch besser zurecht als viele andere Zimmerpflanzen. Staunässe sollte trotzdem vermieden werden.
2. Friedenslilie (Spathiphyllum) – dekorative Pflanze für feuchte Räume
Die Friedenslilie, auch Einblatt genannt, bevorzugt warme Standorte mit erhöhter Luftfeuchtigkeit. Ihre großen, glänzenden Blätter und weißen Blüten machen sie zu einer beliebten Zimmerpflanze für Badezimmer, Küchen und Wohnräume.
Sie kann einen feuchten Raum allerdings nicht zuverlässig entfeuchten oder Schimmelsporen aus der Raumluft entfernen. Bei zu häufigem Gießen kann dauerhaft feuchte Blumenerde sogar selbst Schimmel begünstigen.
Die Friedenslilie sollte deshalb mäßig gegossen und an einem hellen bis halbschattigen Standort aufgestellt werden.
3. Efeutute (Epipremnum aureum) – pflegeleichte Rankpflanze für feuchte Räume
Die Efeutute zählt zu den robustesten Zimmerpflanzen und kommt mit unterschiedlichen Lichtverhältnissen zurecht. Da sie eine höhere Luftfeuchtigkeit gut verträgt, eignet sie sich für Badezimmer, Küchen und andere warme Räume.
Die Pflanze kann die Raumluft jedoch nicht relevant entfeuchten oder von Schimmelsporen reinigen. Wichtig ist außerdem, Staunässe zu vermeiden, da dauerhaft nasse Blumenerde Schimmel begünstigen kann.
Dank ihrer Rankfähigkeiten lässt sich die Efeutute flexibel auf Regalen, in Blumenampeln oder an Rankhilfen platzieren.
4. Sansevieria (Schwiegermutterzunge) – robust und besonders pflegeleicht
Die Sansevieria, auch Bogenhanf genannt, ist eine ausgesprochen robuste und pflegeleichte Zimmerpflanze. Ihre dicken, fleischigen Blätter speichern Wasser, weshalb sie nur selten gegossen werden muss.
Dadurch bringt sie weniger zusätzliche Feuchtigkeit in einen Raum als Pflanzen, die häufig bewässert werden müssen. Sie senkt die Luftfeuchtigkeit jedoch nicht aktiv und ersetzt keine Maßnahmen gegen Schimmel.
Die Sansevieria eignet sich besonders für Schlafzimmer, Wohnzimmer und helle Badezimmer, sofern sie dort nicht dauerhaft zu feucht steht.
5. Glücksfeder (Zamioculcas zamiifolia) – pflegeleicht bei wechselndem Raumklima
Die Glücksfeder ist sehr anpassungsfähig und kommt sowohl mit hellen als auch mit etwas dunkleren Standorten zurecht. In ihren Stängeln und Wurzeln speichert sie Wasser, weshalb sie nur selten gegossen werden muss.
Sie nimmt jedoch keine relevanten Mengen überschüssiger Feuchtigkeit aus der Raumluft auf. Ihr Vorteil liegt vor allem darin, dass sie wenig Pflege benötigt und durch sparsames Gießen kaum zusätzliche Feuchtigkeit in den Raum einbringt.
Die Glücksfeder eignet sich gut für Flure, Wohnzimmer und Büros. Dauerhaft nasse Erde sollte unbedingt vermieden werden.
6. Bergpalme (Chamaedorea elegans) – für trockene bis normal feuchte Räume
Die Bergpalme bevorzugt warme Standorte und eine etwas höhere Luftfeuchtigkeit. Über ihre Blätter gibt sie selbst Feuchtigkeit an die Raumluft ab und eignet sich daher eher für trockene oder normal feuchte Wohnräume.
Für Räume mit dauerhaft zu hoher Luftfeuchtigkeit ist sie nur eingeschränkt geeignet, da sie den Raum nicht entfeuchtet. Besonders wohl fühlt sie sich in hellen bis halbschattigen Wohn- und Schlafzimmern.
Sie sollte regelmäßig, aber nicht übermäßig gegossen werden. Überschüssiges Wasser muss aus dem Übertopf entfernt werden.
7. Zimmerbambus – dekorative Pflanze für helle Feuchträume
Zimmerbambus bevorzugt eine höhere Luftfeuchtigkeit und kann deshalb in hellen Badezimmern, Küchen oder Wohnräumen gut gedeihen.
Er stabilisiert die Raumfeuchtigkeit jedoch nicht aktiv und kann die Feuchtigkeit nach dem Duschen nicht ausreichend reduzieren. Diese muss weiterhin durch Stoßlüften oder eine funktionierende Abluftanlage nach außen abgeführt werden.
Seine dicht wachsenden Halme und Blätter sorgen vor allem für eine frische und natürliche Raumwirkung. Das Substrat sollte gleichmäßig feucht, aber niemals dauerhaft nass sein.
8. Aloe Vera – wassersparende Pflanze für helle Standorte
Aloe Vera speichert das über ihre Wurzeln aufgenommene Wasser in ihren fleischigen Blättern. Dadurch benötigt sie nur wenig Gießwasser und bringt vergleichsweise wenig zusätzliche Feuchtigkeit in den Raum ein.
Sie nimmt jedoch keine relevanten Mengen Wasserdampf aus der Luft auf und kann einen feuchten Raum nicht entfeuchten.
Aloe Vera benötigt viel Tageslicht und eignet sich deshalb nur für sehr helle Badezimmer, Schlafzimmer oder Wohnräume. Für dunkle und dauerhaft feuchte Badezimmer ist sie ungeeignet.
9. Philodendron – tropische Pflanze für warme Räume
Philodendren besitzen große, dekorative Blätter und bevorzugen warme Standorte mit einer erhöhten Luftfeuchtigkeit. Sie eignen sich deshalb für helle Badezimmer, Küchen und Wohnräume.
Die Pflanze kann jedoch weder Kondenswasser an Wänden verhindern noch überschüssige Raumfeuchtigkeit aufnehmen. Sie sollte zudem nicht direkt an einer kalten Außenwand stehen, da dort weiterhin Feuchtigkeit kondensieren und Schimmel entstehen kann.
Philodendren wachsen schnell, sind vergleichsweise pflegeleicht und benötigen ausreichend Platz sowie indirektes Tageslicht.
So nutzen Sie Pflanzen optimal gegen Feuchtigkeit und Schimmel
Damit Zimmerpflanzen ihre Wirkung entfalten, sollten folgende Punkte beachtet werden:
Pflanzen gruppieren: Pflanzen nicht zu dicht gruppieren: Zwischen den Pflanzen sollte ausreichend Luft zirkulieren können. Zu viele Pflanzen und dauerhaft feuchte Blumenerde können die Luftfeuchtigkeit zusätzlich erhöhen.
Räume passend ausstatten:
• Badezimmer: Schwertfarn, Efeutute, Zimmerbambus
• Schlafzimmer: Sansevieria, Aloe Vera
• Küche: Friedenslilie, Efeutute, Philodendron
Richtig lüften: Warum gekippte Fenster problematisch sind:👉 „Badfenster auf Kipp: Warum das Schimmelrisiko steigt“
Luftfeuchtigkeit kontrollieren: Die ideale Raumfeuchte liegt bei 40–60 %.
Ein Hygrometer sollte möglichst nicht direkt neben einem Fenster, einer Heizung oder zwischen mehreren Pflanzen stehen. Bleibt die Luftfeuchtigkeit länger über 60 Prozent, sollte die Ursache überprüft werden.
Wann Pflanzen nicht mehr ausreichen
Wenn trotz Pflanzen weiterhin folgende Probleme auftreten, ist eine professionelle Untersuchung notwendig:
• dauerhaft feuchte Fenster
• muffiger Geruch
• wiederkehrender Schimmel
• Feuchtigkeit über 60 %
• feuchte Wände oder dunkle Stellen
Mehr dazu:👉 „Mit Bauforensik unsichtbare Schimmelpilze aufdecken“
Professionelle Hilfe bei Schimmel: Schimmelpilz24
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